Michael
vom Galgenberg

Ich
wurde geboren am 26. Tage des zweiten
Monats im Jahre
des Herrn 1323 in der baierischen
Stadt Cheleheim.
Ich wuchs als Sohn
einer Adelsfamilie auf, die seit mehreren
Jahrzehnten dem bayerischen
Herzogsgeschlecht der
Wittelsbacher dienlich war.
Durch meine Anstellung
am Hofe des baierischen
Herzogs war ich viel auf
Reisen, und so kam es, dass ich im
Jahre 1346 gerade in
Frankreich verweilte.
Dort sollte ich Zeuge
eines Erlebnisses werden, dass ich mein
Leben lang nicht mehr vergessen sollte.
Seit
11 Jahren tobte der
Krieg zwischen Frankreich und
England, von dem niemand ahnen sollte, wie
lang er dauern werde. Am 26.
Tage des Monats
August jedoch nahm der
Krieg eine Wendung,
die die Franzosen bitter bezahlen sollten.
Ein zahlenmäßig weit überlegenes
französisches Heer wurde im
Norden des Landes,
bei der Stadt Crécy,
von englischen Bogenschützen regelrecht
niedergemäht. Nach dem
Sieg der englischen
Truppen begann ihr König
Edward III.
mit der Belagerung der
Stadt Calais.
Während
dieser Zeit erreichte mich eine schreckliche
Nachricht aus meiner
Heimat:
Die
Pest war ausgebrochen.
Sie wütete in ganz
Europa und kostete viele Millionen
Menschen das Leben.
Auch meine Familie
zählte zu den Opfern.
Und so kehrte ich in heimische
Gefilde zurück, um festzustellen, dass ich
mittellos geworden war. Aller
Besitz, der mein Erbe
sein sollte, war zerstört. Mir blieben nur
die Kleider am Leibe
und mein Schwert.
So
suchte ich nach einem neuen Ziel und fand
eine Anstellung bei
Ulrich III.,
Graf zu Abensperch.
Dieser Ort
bekam 1348 die Stadtrechte verliehen, und
der Bau einer Stadtmauer
war bereits in vollem Gange.
Durch meine Dienste beim
Bau dieser Mauer
und seiner 40 Türme
erlangte ich die Gunst des
Grafen, und er entlohnte mich mit einem
neuen Heim nördlich der
Stadt, auf dem Galgenberg. Dieser
Berg sollte mir fortan meinen
Namen geben.
Doch
nach einigen schönen Jahren bei den
Babonen zerbrach der Bund
mit dem Graf von Abensberg,
und so, es war mittlerweile das Jahr 1354
angebrochen, beendete ich meinen Dienst und
überließ die Herren von Abensberg
sich selbst. Wir gingen fortan getrennte
Wege!
So
musste ich mir abermals eine neue Aufgabe
suchen, und ich sollte auch bald fündig werden. Ich
durfte die Tochter eines österreichischen
Vogtes sicher ins Kloster
nach Piburch geleiten. Ihr
Name war Sigrid,
sie verweilte in Abensperg, um die höfischen
Sitten zu erlernen.
Dort
also, in jenem Kloster, sollte sich meine
Bestimmung offenbaren.
Denn noch 11 andere suchten ihren
Weg, und fanden ihr
Ziel in jenem Kloster, inmitten einer
Region, die man die
Hollerdau nannte. Einer von ihnen,
ein Mann mit Namen
Santrus, einte uns dort und stellte sich an
unsere Spitze, um uns zu führen und
gemeinsam mit uns gerechter Sache zu dienen,
und so tat sich der Bund der 13 hervor als
Freie
Söldner zur Hollerdau!
