Michael vom Galgenberg

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04.05.2012

 

Michael vom Galgenberg

 

Ich wurde geboren am 26. Tage des zweiten Monats im Jahre des Herrn 1323 in der baierischen Stadt Cheleheim. Ich wuchs als Sohn einer Adelsfamilie auf, die seit mehreren Jahrzehnten dem bayerischen Herzogsgeschlecht der Wittelsbacher dienlich war. Durch meine Anstellung am Hofe des baierischen Herzogs war ich viel auf Reisen, und so kam es, dass ich im Jahre 1346 gerade in Frankreich verweilte. Dort sollte ich Zeuge eines Erlebnisses werden, dass ich mein Leben lang nicht mehr vergessen sollte.

Seit 11 Jahren tobte der Krieg zwischen Frankreich und England, von dem niemand ahnen sollte, wie lang er dauern werde.  Am 26. Tage des Monats August jedoch nahm der Krieg eine Wendung, die die Franzosen bitter bezahlen sollten. Ein zahlenmäßig weit überlegenes französisches Heer wurde im Norden des Landes, bei der Stadt Crécy, von englischen Bogenschützen regelrecht niedergemäht. Nach dem Sieg der englischen Truppen begann ihr  König Edward III. mit der Belagerung der Stadt Calais.

Während dieser Zeit erreichte mich eine schreckliche Nachricht aus meiner Heimat:

Die Pest war ausgebrochen. Sie wütete in ganz Europa und kostete viele Millionen Menschen das Leben. Auch meine Familie zählte zu den Opfern. Und so kehrte ich in heimische Gefilde zurück, um festzustellen, dass ich mittellos geworden war. Aller Besitz, der mein Erbe sein sollte, war zerstört. Mir blieben nur die Kleider am Leibe und mein Schwert.

So suchte ich nach einem neuen Ziel und fand eine Anstellung bei Ulrich III., Graf zu Abensperch. Dieser Ort bekam 1348 die Stadtrechte verliehen, und der Bau einer Stadtmauer war bereits in vollem Gange. Durch meine Dienste beim Bau dieser Mauer und seiner 40 Türme erlangte ich die Gunst des Grafen, und er entlohnte mich mit einem neuen Heim nördlich der Stadt, auf dem Galgenberg. Dieser Berg sollte mir fortan meinen Namen geben.

Doch nach einigen schönen Jahren bei den Babonen zerbrach der Bund mit dem Graf von Abensberg, und so, es war mittlerweile das Jahr 1354 angebrochen, beendete ich meinen Dienst und überließ die Herren von Abensberg sich selbst. Wir gingen fortan getrennte Wege!

So musste ich mir abermals eine neue Aufgabe suchen, und ich sollte auch bald fündig werden. Ich durfte die Tochter eines österreichischen Vogtes sicher ins Kloster nach Piburch geleiten. Ihr Name war Sigrid, sie verweilte in Abensperg, um die höfischen Sitten zu erlernen.

Dort also, in jenem Kloster, sollte sich meine Bestimmung offenbaren. Denn noch 11 andere suchten ihren Weg, und fanden ihr Ziel in jenem Kloster, inmitten einer Region, die man die Hollerdau nannte. Einer von ihnen, ein Mann mit Namen Santrus, einte uns dort und stellte sich an unsere Spitze, um uns zu führen und gemeinsam mit uns gerechter Sache zu dienen, und so tat sich der Bund der 13 hervor als

 

Freie Söldner zur Hollerdau!

 

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